Anforderungen für neue Gebäude

Anforderungen für neue Gebäude

 

Bereits im Jahr 2002 legte die EU-Richtlinie zur Energieeffizienz von Gebäuden fest, dass die Mitgliedsstaaten Anforderungen an Gebäude stellen sollten, um die „Gesamtenergieeffizienz" zum Ausdruck zu bringen. Das betrifft demnach die bauliche Hülle mit allen Energieverlusten und -gewinnen sowie die gesamte Haustechnik (Heizung, Lüftung, Klima, Beleuchtung) und auch die Warmwasserbereitung. Die Richtlinie sah unter anderem auch vor, die genannten Elemente in einem Energieausweis zu dokumentieren. Mit der Richtlinie aus 2010 wurden die Vorgaben großteils konkretisiert, auch wurde die Ausarbeitung einer Road Map bis 2020, des „Nationalen Planes", vorgesehen, darüber hinaus sollten - erstmals - auch konkrete Überlegungen zu Life Cycle Assessment (LCA) angestellt und diese auch in die Umsetzung der Richtlinie einbezogen werden.

Die Steiermark hat die Bestimmungen der beiden Richtlinien weitestgehend durch Änderungen im Steiermärkischen Baugesetz umgesetzt, wenn auch teilweise mit einiger Verspätung. Die aus dieser Verspätung resultierenden Vertragsverletzungsverfahren gegen die Republik konnten - zumindest was die Steiermark betrifft - letztlich zur Einstellung gebracht werden. Dennoch sind einige Fragen offen geblieben, wie zum Beispiel die Registrierung und Kontrolle von Energieausweisen, deren Ausstellung nicht auf einer baurechtlichen Basis (Länderkompetenz) beruht, sondern nach bundesgesetzlichen Vorgaben (Energieausweis-Vorlage-Gesetz, EAVG) erfolgen muss. Die hierzu unterschiedliche Rechtsauffassung der Bundesländer und des Bundes konnte bislang nicht geklärt werden.

Basis der Umsetzung der meisten Artikel der EU-Richtlinie aus 2010 ist die Externe Verknüpfung „OIB-Richtlinie 6", die vor allem die Anforderungen an Gebäude und Gebäudeteile wie auch (großteils unter Zuhilfenahme von dafür adaptierten Normen) die Regelwerke für die Berechnung aller für die Ausstellung eines Energieausweises notwendigen Daten umfasst. Diese Richtlinie wurde mehrfach geändert und adaptiert, Ende 2013 ist noch eine Anpassung an den „Nationalen Plan" und die Überlegungen zum „Kostenoptimum" erfolgt. Die Richtlinie gibt vor, dass das Nearly Zero Energy Building - Niedrigstenergiegebäude - möglichst dem „cost optimum" folgen soll und deshalb (Life Cycle-) Kostenoptimalität integriert werden muss. In Österreich (rechte Grafik) ist die durch die OIB-Richtlinie 6 in Entsprechung der EU-Richtlinie vorgegebene Gesamtenergieeffizienz der Gebäude mit dem bis 2010 ausgewiesenen Anforderungen im Rahmen des „kostenoptimalen Spektrums", der „Nationale Plan" entspricht demnach genau den Vorstellungen der EU-Richtlinie.

EU-Richtlinie 2002/91/EG und 2010/31/EU Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinien

 

Gebäude sind ein zentrales Element des Wohlstands der Europäischen Union. Sie sind für die Erreichung der Energieeinsparziele der EU und die Bekämpfung der Klimaänderung ebenso von Bedeutung wie für den Beitrag, den sie zur Energieversorgungssicherheit leisten können. In Gebäuden liegt ein enormes, noch unverwirklichtes Einsparpotenzial.
Mit der Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden(Externe Verknüpfung 2010/31/EU)  wird dieses Potenzial aktiviert und es werden Impulse für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze, häufig in KMU, in ganz Europa gegeben. Gebäude mit höherer Energieeffizienz bieten bessere Wohnbedingungen und sparen allen BürgerInnen Geld. Es wird geschätzt, dass die neugefasste Richtlinie im Jahr 2020 Energieeinsparungen von 700 bis 900 GWh bewirkt, was einer Verringerung des EU-Energieverbrauchs um 5 bis 6 % entspricht.