Fernwärme-Ausbauplan für Graz

Fernwärme-Ausbau in Graz

 

Der Ausbau der Fernwärme in Graz blickt - nicht zuletzt dank der umfassenden Förderungen des Landes Steiermark - auf eine sehr erfolgreiche Periode zurück, in der jährlich 20 bis 30 MW an Leistung zusätzlich angeschlossen werden konnten.

Die Fernwärmeversorgung erfolgt nach wie vor aus der Steinkohle-Kraftwärme-kopplungs-Anlage in Mellach, obwohl unweit davon zwei Gas-KWK-Anlagen mit jeweils 400 MW Leistung errichtet wurden. Diese sind auf Grund der angeführten Verwerfungen am europäischen Strommarkt nicht in Betrieb und ist dieser auch langfristig aus der jetzigen Strompreissituation nicht absehbar. Zudem verschärft die Vertragssituation zwischen der Verbund-Tochtergesellschaft VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG (ATP) als Energielieferantin und Energie Graz die Situation:

Die vertraglich bisher gesicherte Wärmelieferung endet mit 2020, sodass es dringend geboten ist, eine umfassende Lösung für einen langfristigen Fernwärmebetrieb für Graz zu finden. Im Rahmen einer Reihe von Workshops wurden deshalb verschiedenste Lösungen für Graz untersucht und unter anderem festgestellt, dass die Summe des Einsatzes von erneuerbaren Energien wie Solarenergie oder Geothermie und der verfügbaren Abwärme nur einen geringen Anteil an der benötigten Wärmelieferung übernehmen kann. Es ist daher im Sinne der Versorgungssicherheit notwendig, weiterhin auf fossile Energieträger zu setzen, wobei auf Grund des Alters der Kohle-KWK in Mellach die Basis Kohle für die Fernwärmeversorgung nicht beliebig verlängerbar ist und wohl auf Erdgas zurückgegriffen werden muss - was auch mit der neuen Gas-KWK in Mellach der Fall gewesen wäre.

Ein Standort, der sich aufgrund seiner optimalen Lage im Fernwärmegebiet selbst anbietet, ist der bestehende Kraftwerksstandort Puchstraße, der mit ebenfalls 400 MW Leistung einen wesentlichen Teil einer erweiterten Fernwärmeversorgung in Graz übernehmen könnte - laut einem bereits vor Jahren erstellten Ausbaukonzept insgesamt 500 MW Wärme-Anschlüsse. Darüber hinaus wird auch die Einbindung weiterer Wärmelieferanten wie eine erhöhte Aufbringung aus der Marienhütte, (Groß)Solaranlagen oder auch eine Wärmeauskopplung von SAPPI, Gratkorn, in ein Gesamtkonzept überlegt.