Energieraumplanung

Energieraumplanung

 

Die traditionelle Raumplanung befasst sich heute in erster Linie mit der Entwicklung der Siedlungsstrukturen, der Wirtschaftsentwicklung, der Entwicklung von Verkehr, Naturraum und Umwelt und mit Standortentscheidungen für die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur, nicht aber mit großen Umstrukturierungsprozessen bei einer notwendigen Veränderung des Energieversorgungssystems.
Eine konsequente Energieraumplanung müsste die historisch vorhandenen Instrumentarien energiebewussten Bauens dazu nutzen, langfristige Planungsprozesse im Energie- und Umweltbereich nach den Prinzipien von Funktionsmischung und Dichte sowie der Nutzung der regional verfügbaren erneuerbaren Energieträger ins Leben zu rufen und zu unterstützen (die derzeit gängige räumliche Entflechtung von Nutzungen und lockeren Bauformen erfordert einen extrem hohen Energieeinsatz). Eine konsequente Energieraumplanung hat gegenüber legistischen Vorgaben den Vorteil, dass Entwicklungsprozesse konsensual ablaufen können und damit größere Erfolge erzielbar sind.

Neben Entwicklungsprogrammen in der überörtlichen Raumplanung sei in diesem Zusammenhang im Besonderen auf die Möglichkeiten in der örtlichen Raumplanung verwiesen, in der eine Energieraumplanung in Örtlichen Entwicklungskonzepten und Räumlichen Leitbildern der Gemeinden hohen Bedeutung beigemessen werden sollte, da hier der Weg von der Planung bis zur konsequenten und gelebten Umsetzung der kürzeste ist. Mit der abgeschlossenen Gemeindestrukturreform und der damit verbundene Notwendigkeit einer Revision der Örtlichen Entwicklungskonzepte und Flächenwidmungspläne in den neuen Gemeinden eröffnet sich hier eine einzigartige Chance, das Thema Energieraumplanung ins Bewusstsein der Entscheidungsträger und der Bevölkerung zu bringen und in seiner Schlüsselrolle als Planungsinstrument für eine zukunftsfähige Entwicklung zu verankern.