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Aktionsplan Wasserkraft

 

Ein Aktionsplan soll unter Berücksichtigung ökologisch wertvoller Gewässer (z. B. solche mit sehr gutem Zustand) die Möglichkeiten des Wasserkraftausbaues aufzeigen und potenzielle Investoren in geeigneter Form informieren.

In einer umfassenden Potenzialstudie der Energie Steiermark, unterstützt durch den Energiebeauftragten, wurden die Fließgewässer in der Steiermark einer ausführlichen Analyse unterzogen und wurden die „technischen" Ausbaupotenziale sukzessive um jene Gewässerkörper reduziert, die in irgendeiner Form unterschiedlichsten Restriktionen (auf Grund von Natur- und Landschaftsschutz, ökologischen Vorgaben bereits bestehenden Ausbaustrecken etc.) unterliegen und das letztlich unter allen ökologischen Rahmenbedingungen ausbaufähige Potenzial ermittelt.

Diese Untersuchung wurde ergänzt durch eine sehr ausführliche Studie von Freiland, die sich mit ökologisch wertvollen Gewässerabschnitten auseinandersetzte, als Vorgabe für ein Sachprogramm zur Nutzung von Wasserkraft (ähnlich dem bereits verordneten Sachprogramm zur Nutzung von Windkraft). Daraus ergab sich ein mögliches Potenzial von etwas über 1000 GWh und somit etwa die Hälfte des ursprünglich in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gemeinsam mit der Energie-Control GmbH, dem Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), der Kleinwasserkraft Österreich und der Vereinigung Österreichischer Elektrizitätswerke (VÖEW) ausgearbeiteten Masterplan-Wasserkraft für Österreich ausgewiesenen Restpotenzials von 2200 GWh/a für die Steiermark, wobei anzumerken ist, dass dies jedenfalls als theoretisches Potenzial insofern betrachtet werden muss, als für die Realisierung die Zustimmung zahlreicher GrundeigentümerInnen sowie die Einbindung verschiedenster Interessen notwendig ist, was in der Regel zu einer ganz deutlichen Reduktion führt. Die Vorgabe, bis zum Jahr 2020 zusätzlich 320 GWh/a für die Steiermark zum Einsatz zu bringen, erscheint damit möglich, würde aber eine sehr rasche Umsetzung und damit eine besonders effiziente Abwicklung der Genehmigungsverfahren voraussetzen. Eine Beschleunigung von Verfahren wird auch seitens der Europäischen Kommission seit Jahren gefordert, da - europaweit gesehen - die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie nur langsam vorankommt und im Gegenzug der Energieeinsatz insgesamt tendenziell immer noch steigt. Dabei ist selbstverständlich festzuhalten, dass die Interessen des Naturschutzes und ökologische Vorgaben ausreichend Berücksichtigung finden müssen, andererseits aber auch nicht dazu führen dürfen, dass einzelne Verfahren (wie dies gelegentlich im Rahmen von UVP - Umweltverträglichkeitsprüfungen der Fall war) über lange Zeiträume verschleppt werden können.